20. October, 2008
Vancouver Island Teil 4: Party in Ucluelet
In Tofino mieteten wir uns in einem Hostel ein. Das Dorf hat ja nur fünf Straßen, aber wir hatten trotzdem Probleme, es zu finden. Doch vorher mussten wir unser erstes Picknick im Auto zu uns nehmen – der Regen nahm nicht ab und etwas Überdachtes zum sitzen fanden wir auch nicht. Es war nur eine Notlösung, aber es funktionierte. Und das Auto war ja nur gemietet, also war die ganze Krümelei auch nicht so schlimm.
Das Hostel war nett gelegen, mit Blick aufs Wasser, mehreren Gemeinschaftsräumen, einer Küche, WLAN. Und wir hatten unser privates 4 Bettzimmer. Beim einchecken lernten wir Daniel kennen, einen Deutschen, der dort arbeitet und so gar nicht nach Kanada passt. Er ließ uns wissen: „ihr habt die Party hier voll verpasst. Die Saison ist vorbei. Hier ist tote Hose!“ Ja, warum waren wir überhaupt hier? Eigentlich habe er ja auch gar kein Dienst mehr, aber der Neue würde eine Stunde brauchen, um uns einzuchecken. Er konnte das in der wahnsinnigen Spitzenzeit von einer halben Stunde erledigen. Dann meinte er auch noch: „neben euch wohnt der Chef. Wenn ihr Party macht, dann macht der Chef auch Party“. Wie kann sich ein Mensch innerhalb von kürzester Zeit nur so unbeliebt machen?Wir benutzten den Gemeinschaftsraum und gingen nur noch einmal kurz raus, um einzukaufen. Das Wetter konnte wirklich niemanden aus dem Haus locken. Wir begegneten Daniel zum Glück nicht mehr und da wir nicht wollten, dass der Chef eine Party macht, machten wir auch keine.
Morgens frühstückten wir in einem lokalen Café. Ich hatte den Eindruck, dass es viele alternative Leute in Tofino gibt. Eine Frau mit Zottelhaaren und viele junge Menschen. Die Saison war zu Ende und das merkte man. Die Stadt wirkte leer, einsam und irgendwie verloren. Von dem Charme, von dem so viele Leute schwärmen, war hier nichts zu merken. Ein Fischerdorf an der Westküste der Insel, viele Holzhäuser, Wasser von allen Seiten. Mag sein, dass das hier im Sommer ganz nett ist, aber ich fand es ziemlich langweilig.
Wir fuhren über dieselbe Strecke wieder zurück Richtung Ostküste, über die wir bereits hingefahren sind. Das liegt daran, dass es nur eine befestigte Straße zur Tofino-Ucluelet Halbinsel gibt. Kurz vor dem Sproat Lake bogen wir dann von der Hauptstraße ab und fuhren auf einer Schotterpiste weiter – die Mädels wollten etwas Abenteuer erleben. Etwas schwierig war es, überhaupt die richtige Straße zu finden. Weil unsere Straßenkarte recht grob war und immer mal eine kleine Straße von der Hauptstraße abging. Wir konnte mehr oder weniger nur erahnen, welche Straße die Richtige war.
Die Straße selbst dann war recht human – kein Vergleich zu der Abenteuerstrecke, die wir bei unserer Coast Mountains Reise hinter uns gebracht hatten. Lena war von den vielen Wasserfällen begeistert und rief bei jeden, den sie sah freudig: „Wasserfall!“ Ich habe sie nicht gezählt, aber es waren mehr als 50. Wir fuhren durch tiefe Pfützen, umkurvten Schlaglöcher und kamen nicht besonders schnell voran. Schnell fahren war hier nicht, zumindest, wenn wir den Unterboden des Autos nicht versauen wollten. Um den Chevy hätte es mir ja nicht leid getan… Wir fuhren durch grüne Wälder und sahen kein Wildlife. Gar keins? Doch! Ein paar Rehe hatten ein Meeting auf der Straße und fühlten sich von uns auch nicht besonders gestört.
Wir fuhren das zweite Mal durch Port Alberni. Das brachte einen zweiten Imbiss im Auto mit sich und kurz danach, Cathedral Grove, einem Nationalpark mit vielen hohen Bäumen, darunter auch eine 75 m hohe Pseudotsuga menziesii oder Douglasie. Dieser dicht bewaldete, grüne Nadelwald mit den wahnsinnig hohen Bäumen, die einen Umfang wie Monserrat Cabballé hatten war wirklich beeindruckend. Es war überall dämmerig und selbst, wenn es nicht regnete, tropfte es von den überdimensionalen Bäumen. In den Baumwipfeln verfing sich hin und wieder eine Nebenwolke, was natürlich toll aussah. Kaum zu glauben, dass einige der Bäume schon bei Christoph Kolumbus Entdeckung Amerikas standen! Dies waren wirkliche Giganten des Waldes. So anders als europäische Wälder. Hier ist eben alles etwas größer. Auch die Bäume.Wir fuhren bis an die Ostküste und diese dann in nördlicher Richtung weiter. Wir kamen durch Städtchen mit lustigem Namen wie Qualicum Beach oder Bowser (sowohl Basti und ich hatten uns verlesen und meinten erst, die Stadt hieße Browser. So nannten wir sie dann auch immer). Alle wurden irgendwie von Müdigkeit befallen – nur ich als Fahrer hielt die Augen natürlich offen. In Courtenay suchten wir uns dann ein Motel (wir hatten sogar zwei getrennte Schlafzimmer) und verbrachten unseren vielleicht legendärsten Abend. Keine weiteren Details.
1 Kommentar to “Vancouver Island Teil 4: Party in Ucluelet”
ICH WILL DETAILS!
Torbam 21. October, 2008 um 09:55